*226-263 (aus.gelesen)

Die Heimkehr Steves von der Tagung wird von der Familie mit Freude begangen, doch trotz dunkler Beeren beließen Jabu und Steve es bei Küssen, nichts weiter geschah. Steve hat Gewissensbisse ob seines Seitensprungs, überlegt sich, ob er beichten soll, versäumt aber den Augenblick: „Der Augenblick kam; und ging – in der Zeitspanne, die geeignet gewesen wäre, ist Jabu redselig“ womit Steve einen Verantwortlichen gefunden hat für sein Verschweigen…

Ein großer Teil des Abschnitts ist dem Problem der Flüchtlinge gewidmet, die den Segnungen des Regimes von Mugabe in Simbabwe entkommen wollen und in Südafrika Zuflucht suchen. Aber sie suchen halt nicht nur Zuflucht, sondern auch Unterkunft, Nahrung, sauberes Wasser, Arbeit.. und treffen damit auch Einheimische, die am Gleichen Not leiden. Christliche Nächstenliebe und tägliche Realität liegen oft im Widerspruch: „Reden allein hat keinen Sinn. Was meinst du denn, mein Bruder, was wir tun sollen. Zu dieser Kirche gehen und sie zu uns nach Hause einladen? Bist du bereit, dieses Zimmer zu teilen?

Außerhalb des Elends in den Lagern konstrastriert der Anblick einer neuen Mittelschicht, die in gesicherten Wohnanlagen haust und aus schwarzen und weißen besteht. Deren Kinder fahren in Schuluniformen im fröhlichen Zick-Zack auf der Straße. Diese Mittelschicht verteidigt ihren Besitzstand, Obdachlose, die sich in der Gartenanlae einquartiert haben, werden per Polizei entfernt.

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Jabu und Steve diskutieren über diese Widersprüche, gleichzeitig tritt für sie das familiäre Problem auf, daß Gary Elias die Schule wechseln will. Überhaupt sind die beiden Kinder sehr unterschiedlich, Sindi ist ein lebensbejahendes junges Mädchen, das Theater spielt und die Welt umarmen will, Gary Elias ist dagegen eher verschlossen. Um bei seinem Freund bleiben zu können, will er die Schule wechseln und läßt sich nicht davon abbringen. Weswegen die Mutter am ersten Schultag als Begleitung für den Sohn unerwünscht ist, verstehe ich jedoch nicht (S. 244)

Zur gleichen Zeit entstehen Unruhen zwischen den Flüchtlingen und den Einheimischen, die Flüchtlinge, die afrikanischen Brüder mutieren langsam, aber sicher zu Fremden, zu Ausländern: „Dieses Gesocks, sollen sie sich doch verpissen, voetsak zu Mugabe zurück, sie sind nur hergekommen, um zu klauen, uns auf der Straße die Taschen wegzureißen…“ Gerade die ärmsten der Südafrikaner, die in Townships hausen, fühlen sich in die Enge getrieben: „Sie verteidigen verzweifelt, im schlimmsten Fall gegen die eigene Lage, ihre erbärmlichen abseligkeiten, letztlich nur Abfall, das eigene Überleben“ Aber nicht nur Wethu lamentiert, auch in den Hörsälen wird diskutiert. Und einer streicht das Wort: Xenophobie auf dem Plakat durch, ersetzt es durch Armut.

Kann man in so einem Land leben, welche Zukunft haben die Kinder? „Innerhalb dieser Wirklichkeit bewirkt er nichts, wird nie irgendwas bewirken … geh weg. Geh weg! Wie wird das Leben für Sindiswa und Gary Elias sein. Geh weg...“ dieser Gedanke nistet sich bei Steve ein. Passend dazu ist die Info und Frage von Bruder Jonathan, daß sein Sohn eine Ausbildung machen will, mit der er im Ausland Chancen hat und ob Steve ihm da weiterhelfen kann.

Während die Schule Gerechtigkeit in Szene setzte, damit die Kinder sie als ihre Voraussetzung dafür begreifen, dass sie auch in Zukunft in diesem Land leben können, erzählte Jonathan vom gelungenen Plan eines anderen Kindes, aufzugeben, wegzugehen. – Jonathan hat angerufen, der Sohn Ryan will auswandern.

Jabu eröffnet sich eine Möglichkeit für ihre berufliche Karriere.. und die Frauärztin stellt fest, daß sie schwanger ist…. Das ist es, das normale Leben nach dem Kampf: Das Recht auf Glück, egal, an welchem Ort. Wichtig ist, daß das Private an erster Stelle kommt.

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2 Gedanken zu „*226-263 (aus.gelesen)

  1. Schön, daß Du noch dabei bist. Durch Deine Beiträge erhalten wir noch einmal eine Rückschau auf das, was bisher geschah. Das finde ich gar nicht so schlecht.
    Zu Deiner Anmerkung:
    >> Weswegen die Mutter am ersten Schultag als Begleitung für den Sohn unerwünscht ist, verstehe ich jedoch nicht (S. 244)
    Gary E. ist mitten in der Pubertät, da sind Eltern meist peinlich. Man(n) möchte keinesfalls von seiner Mama zur Schule gebracht werden, das schadet enorm dem Ruf. Erinnerst Du Dich nicht? 😉

    • ah ja, fast habe ich das vermutet.. dieses ominöse „man“ meint also gary selbst… ich hatte das nicht zuordnen können, weil es mal wieder etwas verquer formuliert war (meiner meinung nach).
      ja, ich bin noch dabei, mir fliegt nur im moment so viel arbeit und die ohren, daß ich kaum zu lesen komme…. schaumerhaltmal.

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