„Das Leben geht weiter. Ob es eine gemeinsame Zukunft gibt oder nicht.“

34. Steve und Jabu beobachten Veränderungen bei COPE. Kapitalismusvorwürfe der Gewerkschaften gegen zwei Mitglieder des Parteivorstands führen zu einer Umverteilung der Posten. Neues Parteioberhaupt wird ein Reverend. Ein Mann Gottes, dem, so Steve, die Wählerstimmen der frommen Lämmer auf dem Land sicher sind. Auch ein postkoloniales Problem.

Ein Pro und Contra zu Auswanderung von Breyten Breytenbach und Max du Preez folgen. „Lasst euch nicht durch schlechte Politik aus dem Land eures Herzens vertreiben.“ S. 349.  Ein Appell an Steve und Jabu?

An Gary E.s Schule kommt es zu Gewalttätigkeiten. Auch hier wurden die Unterlegenen von den Überlegenen gequält unter dem Vorwand einer Initiation. Etwas plakativ ist die Wahl der Instrumente, dem sadistischen Akt dienen die Geräte der Nationalsportarten der einstigen Kolonialmacht, Golf- und Kricketschläger. Damit dies auch jeder versteht, lässt die Autorin auf einer Benefiztour Geld sammeln, um mittellose Schulen ebenfalls mit diesen „Waffen“ auszustatten.

Gary E. bleibt an der Schule, er hat keine Angst Opfer zu werden und er wird, da sind sich seine Eltern sicher, nie zum Täter. Er will nicht weglaufen, denn „er weiß (…) dass das, was hier passiert ist, überall passieren kann, passieren wird. (…) Auch in Australien.“

35. Steve und Jabu besuchen eine Wahlkampfveranstaltung von COPE, „woraus der Schluss zu ziehen wäre, dass die Genossen doch nicht fortgehen.“

36. Jabu wird nur mit einer weiteren Fortbildung als Anwältin in Australien arbeiten können, dies bereitet Steve ein „hauchdünnes Unbehagen“. Übersetzungsfehler? Noch während sie mit ihrer Zukunft als „Anhängsel“ hadert, wird sie auf der Straße mit existentieller Not konfrontiert. Sie versucht zu lindern, wird aber mit dem Strom der Masse mitgerissen.

37. Mit elterlicher Autorität entscheidet mehr Jabu als Steve über die Wahl der neuen Schule in Australien. Sie selbst möchte sich der Autorität ihres Baba nicht aussetzten und schickt Steve mit Gary E. nach KwaZulu. Dort hat dieser eine Veranstaltung mit Zuma organisiert. Der Politiker schickt jedoch ebenfalls nur seinen Stellvertreter.

Die Wirtschaftsnachrichten aus Australien zeigen, daß auch hier die Luft dünner wird, die Rezession macht sich bemerkbar, Einwanderungen werden begrenzt.

Wir nähern uns den letzten hundert Seiten des Romans und seine Autorin streut eine Vielzahl von Hinweisen, die die Auswanderung der Reeds immer unwahrscheinlicher werden lässt. Mir persönlich ist das zu plakativ.

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2 Gedanken zu „„Das Leben geht weiter. Ob es eine gemeinsame Zukunft gibt oder nicht.“

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