S. 306 – 345

Es tritt das ein, was ich bereits in weiser Voraussicht prophezeit hatte: Marc kehrt den Delphinen den Rücken und wendet sich den Frauen zu. Vierzig Seiten später – typisch für Frau Gordimers Eiltempo – ist Marc bereits verheiratet. Nun befingert er seine Frau beim Tanzen und nicht mehr seine Liebhaber. Hinter vorgehaltener Hand wird vermutet, Isa habe ihn bekehrt. Um das Thema Initiation wieder aufzugreifen, könnte man auch sagen, sie habe ihn initiiert. Erstaunt war ich wieder einmal über die Gedanken, die sich Steve zu diesem Thema macht:

„Warum sind wir Heteros so froh darüber, ist er eine Trophäe für uns, haben wir etwa immer noch eine heimliche, anachronistische Verachtung für das dritte Geschlecht, und jede Bekehrung erfüllt uns mit selbstgerechtem Triumph, weil die unsrige die einzige Art ist zu leben, zu sein? -„

Die politische Situation wird in kleinen Schlaglichtern weiter thematisiert, aber es fehlte mir die Zeit, mich intensiver damit auseinanderzusetzen. Jacob Zuma steht erneut vor Gericht, doch die Korruptionsvorwürfe gegen ihn werden fallen gelassen.

Auch die bildungspolitische Situation wird thematisiert: der Erfolg, die Zahl schwarzer Studenten verdoppeln zu können ist mit gemischten Gefühlen verbunden: „[…] wird das Gerücht laut, dass unsere Universitäten ihre weltweite Akkreditierung verlieren werden, weil hier Studenten ohne angemessene Qualifikation immatrikuliert werden.“

Die Auswanderungspläne von Jabu und Steve erhärten sich, auch wenn immer noch ungeklärt ist, welche Perspektiven für Jabu mit einer Auswanderung verbunden wären. Die Szenen bei dem gemeinsam besuchten Seminar empfand ich als befremdlich: Jabu trägt eine „afrikanische Vielfalt“ und wird als „echt schwarze Ehefrau“ bezeichnet. Sie ist die einzige Schwarze bei der Veranstaltung und wird von den anderen gemustert: „wer will schon beobachtet werden, wie er sein Geburtsrecht aufgibt.“ Das habe ich nicht verstanden, weil doch alle die dort saßen höchstwahrscheinlich in Südafrika geboren worden sind.

Sprachlich gab es erneut einige Seltsamheiten, im Gedächtnis geblieben ist mir vor allem die umständliche Formulierung „die Jonathan-und-Brenda-Tochter Chantal“.

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