S. 226 – 263

Der Abschnitt beginnt mit der Rückkehr Steves von der Konferenz. Die Handlung geht nahtlos weiter, „das Haus der Vorstadt“ nimmt Steve sofort wieder in Besitz. Schwierigkeiten hatte ich mit dem Bild der Mühle, es gibt eine Stelle an der Steve nach Gründen für die Mühle sucht … da war nicht ganz klar, was eigentlich gemeint ist. Es gibt zwar einen kurzen Moment, in dem er überlegt, Jabu seinen Fehltritt zu gestehen, doch schnell hat der Alltag ihn wieder im Griff und es gibt andere Probleme …

Viel Raum nimmt die Situation rund um die Flüchtlinge ein, die aus benachbarten Konfliktländern nach Südafrika kommen. Sie werden mittlerweile als „massive Störung“ empfunden. Ein Begriff wie Xenophobie kommt auf und wird politisch korrekt gleich im Wörterbuch nachgeschlagen. Doch geht es wirklich um Xenophobie oder ist das Problem nicht eher Armut? Diese Frage wird während einer Studentendiskussion in der Universität aufgeworfen. Die einen haben Fahrräder, Privatschulen, eingezäunte Wohnanlagen mit Wächtern … die anderen haben nichts. Das sind „die Widersprüche, mit denen man vor der eigenen Haustür fertig werden muss.“ Auch wenn ich sicherlich nicht alles verstanden, weil mir auch einfach der Überblick fehlt, haben mir die Beschreibungen von Nadine Gordimer gut gefallen. Ihre Sätze sind immer noch abgehakt, doch dass was sie beschreibt, konnte mich zumindest erreichen.

Nebenbei erfahren wir noch, dass Gary sich freiwillig dazu entschieden hat, die Schule zu wechseln, während Sindiswa Erfolg im Schultheater hat. Es ist nicht überraschend, dass sie die Antigone spielt …

Am Ende des Abschnitts erfährt Jabu, dass sie schwanger ist. Eine Nachricht, die bei ihr keine Freude auslöst, da sie gerade dabei ist beruflich durchzustarten. Es klingt eher so, als könnte sie sich sogar für eine Abtreibung entscheiden.

Gestolpert bin ich in diesem Abschnitt lustigerweise über das Wort „Internet-Ära“ – ein Beispiel dafür, dass man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kann: ich habe es trotz mehrmaligen lesen für irgendein ungewöhnliches Fremdwort gehalten. 😉

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6 Gedanken zu „S. 226 – 263

  1. Tja, oft ist Frau Gordimer redundant, aber zum Glück nicht immer, sonst hätte der Roman noch etliche Seiten mehr. In der Mühle hat Steve das Innere des Häschenpyjamas erkundet. Die Abtreibung hat nach meiner Lesart schon längst stattgefunden.

    Soviel zu den kleinen Einzelheiten. Zum großen Ganzen werde ich mich in meinem Beitrag äußern.

    • Ach ja, die Mühle, der Häschenpyjama und der opportunistische Penis … langsam kommt die Erinnerung wieder zurück. 😉 Danke.
      Die Abtreibung hat deiner Meinung schon stattgefunden? Hmm. Ich hab die Passage mehrmals gelesen, aber war mir nicht sicher, ob sie tatsächlich bereits stattgefunden hat, ich werde heute Abend noch einmal in den Text schauen (habe ihn gerade nicht zur Hand).

  2. S. 261 „Sie wird fachgerecht durchgeführt (…) Wenn sie in dieser Nacht nicht miteinander schlafen können,“

    Jetzt wird mir auch auf einmal klar, wieso es unbedingt ein Häschenpyjama sein musste. Wahlweise hätte in der Mühle auch ein Karnickelfell liegen können. Ja, diese subtilen Anspielungen. Oder hat Steve gar vorstehende Schneidezähne? 😉

    • Das Zitat klingt natürlich eindeutig danach, als wäre die Abtreibung schon durchgeführt worden. Ich hatte es – als ich die Passage gestern gelesen habe – eher als Gedankenspiel, denn als Tatsache gelesen.

  3. Zunächst unschlüssig, ob und was passiert ist, war ich bei diesen Satz auf S. 231 „Der Augenblick kam; und ging -„. Es hätte mich nicht verwundert, wenn Gordimer das Geständnis so kurz abgehandelt hätte.

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