*119-146 (aus.gelesen)

so, ich bin am nacharbeiten…. jetzt der erste teil der aufholjagd…

also, steve und juba machen urlaub im ausland, so wie alle anderen auch. schwägerin brenda sucht für juba (dem „schwarzen Trumpf der Familie Reed“) und ihren mann einen günstigen Flug nach — na, London natürlich. Dort wird das „Mann/Frau-Abkommen“ zwischen ihnen gebrochen, denn im ausland „wird man jemand anderes“…

auslandurlaub: ist das verrat an den idealen? oder passt man sich einfach nur den gegebenheiten an? in london gibt es jedenfalls normale touristenvergnügen, museumsbesichtigungen etc pp. sie wohnen bei emigrierten landsleuten, ärzten.. hier tritt auch die einzig erwähnenswerte situation ein: die frage steves nämlich, ob und wann diese zurückkommen in ihr land…. peinliches berührtsein, offensichtlich planen sie das nicht.

in den zwei wochen freiheit von der pflicht zum kampf (vulgo: urlaub) haben sie noch nicht einmal die kinder vermisst.

***********
„Die Vorstadt der Schwulen und Genossen“ gewinnt an sozialer reputation, die grundstückpreise steigen und steve und jabu stehen vor der nächsten etappe auf dem weg in´s bürgerliche establishment: dem hauskauf, um der gefahr vorzubeugen, den mietvertrag gekündigt zu bekommen. Wieder wurden prinzipien, die im realen leben so unpraktisch sind, über bord geworfen…

recht zusammenhangs- und übergangslos wird die korruptheit der politischen klasse erwähnt und diskutiert, insbesondere im zusammenhang mit waffengeschäften. es fällt der name von zuma, stellvertreter des präsidenten.

jabu erscheint mir die figur, die gordimer mit der meisten zuneigung zeichnet. sie ist diejenige, die ihre wurzeln behalten hat. diese liegen bei ihrem vater in der alten clangesellschaft des dorfes, in das sie wieder fährt, damit dieser gary elias unter seine fittiche nehmen kann. die beste zeit dafür ist ostern.

**************
steve und jabu.. während jabu durch die qualität ihrer arbeit auffällt und es versteht, zwischen beruflichem weiterkommen und ihren prinzipien eine art kompromiss zu schließen, ist von steve eher als „altlinkem“ die rede, der – es muss ja jetzt schon jahrzehnte so sein, hat irgendjemand konkrete zeitangaben? – unermüdlich versucht, die zugesicherten rechte seiner studenten in die praxis umzusetzen. ein lebendes fossil, der „Übriggebliebene aus den Zeiten des Kampfes.“

wieder das thema „homosexuelle“, das in südafrika offensichtlich wirklich ein thema ist. marc aus der schwulengruppe bringt sein theaterstück mit viel erfolg auf die bühne, jabu besucht es zusammen mit einem kollegen… steve hat andere verpflichtungen, am abend tauscht er sich mit jabu aus und entlockt seiner frau ein säuerliches lächeln. und mir stirnrunzeln, weil mir der abschnitt unverständlich bleibt…

******************
gordimer bleibt ihrem stil treu: der mangel an fragezeichen wird durch kommata überkompensiert, die wortgeröllhalde eines verquasten schreibstils, der den leser (potentiell) so auf abstand zu halten vermag, daß dieser sogar die buchdeckel schließen möchte, um derart zeit zu gewinnen, andere südafrikanische autoren zu lesen (so ihm das land nicht durch diese zeit, die wie keine ist, verleidet wurde…), wächst und wächst und wächst.

Advertisements

3 Gedanken zu „*119-146 (aus.gelesen)

  1. >>steve hat andere verpflichtungen, am abend tauscht er sich mit jabu aus und entlockt seiner frau ein säuerliches lächeln. und mir stirnrunzeln, weil mir der abschnitt unverständlich bleibt…<<

    Gut, daß Du es erwähnst diese Reaktion Jabus war mir zunächst auch rätselhaft. Vielleicht ist für sie das Bett, der "Ort im Leben, den sie mit niemandem sonst teilt", tabu um über das, "was wer mit wem macht. Im Bett." zu sprechen. Wieder mal ein Fall für Freud, egal wen er analysieren möchte? 😉

    • ja, das mag sein, atalante, daß das bett einfach der geschützte raum ist, in dem solche themen nichts zu suchen haben. aber auch ohne diesen letzten satz bzw. die bemerkung über jabu versteh ich den ganzen abschnitt nicht so richtig.

  2. In der Tat bin auch ich nach dem nochmaligen Lesen dieses Abschnitts verwirrt. Ursprünglich meinte ich heraus gelesen zu haben, daß Steve sich fragt, warum die Schwarzen nicht ein weiteres Mal zu den Waffen greifen. Jetzt glaube ich, er bezieht sich auf Jabus Schilderung der Theateraufführung der Delphine. Die Schwarzen sollten ebenso wie die Schwulen die Vorurteile gegen sie überzeichnen, indem sie auf den üblichen traditionellen Vorführungen?? eben nicht in traditioneller Kleidung und Bewaffnung erscheinen, sondern als die Gangster als die sie immer noch angesehen werden, also mit moderner Waffe etc..
    Sicher bin ich mir bei der Interpretation allerdings nicht, ich bin ja auch keine Literaturwissenschaftlerin. 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s