S. 165 – 177

Jabu fährt nach der Verhandlung gegen Zuma gemeinsam mit Wethu ihren Vater besuchen. Sie ist erschüttert darüber, dass ihr Vater und sie sich uneinig sind. Die Meinungen von Vater und Tochter, die so viel miteinander teilen, geht in diesem Fall auseinander. Jabus Vater wittert eine Verschwörung gegen Zuma, eine Verschwörung der Medien, eine Schmutzkampagne der Presse. Unausgesprochen bleibt der Vorwurf, dass es sich um eine Verschwörung der Weißen handelt. Jabu bricht ihren Aufenthalt bei ihrem Vater vorzeitig ab und kehrt zu Steve und den Kindern zurück.

Im zweiten Teil des Abschnitts wechselt die Thematik abrupt: auf Jake wurde ein Anschlag verübt, er liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Von wem und warum hat sich mir nicht erschließen können. Auf wenigen Seiten hetzt Nadine Gordimer durch diese Episode: Anschlag, Krankenhaus, Rehaklinik – all dies wird auf wenigen Seiten beschrieben. Der Abschnitt endet damit, dass Marc, einer der Delphine, bei Isa einzieht, um sie während der Abwesenheit ihres Mannes zu unterstützen. Ich würde mich bei Nadine Gordimer nicht wundern, wenn Marc durch das Zusammensein mit einer Frau von seiner Homesexualität „geheilt“ werden würde.

Störend aufgefallen sind mir in diesem Abschnitt wieder einige Sätze, die als Frage formuliert sind, aber mit einem Punkt abschließen: Aber soll Zuma gerettet werden. […] was wissen wir denn. Aber das Thema Sexualität.

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6 Gedanken zu „S. 165 – 177

  1. Jake wurde Opfer eines Raubüberfalls durch vermutlich schwarze Täter, S. 172, interpretiert es aber als eine Art ausgleichende Gerechtigkeit: „Jetzt war er eben dran. (..) Für alle Kugeln die getötet haben, (..), und das Versagen bei …Erfüllung durch Freiheit.“

    Wie Du hatte ich auch ästhetische Probleme mit der Sprache, z.B. „Er sah sie miterleben, wie Jake nach der OP, im Vorzimmer von Leben und Tod, in einem Bett auf der Intensivstation lag,..“

  2. Danke für die zusätzlichen Erklärungen … ich war mir aufgrund der Aussagen und Beschreibungen nicht sicher, ob Jake ein zufälliges Opfer war oder ob es sich um einen gegen ihn konkret gerichteten Angriff handelte.

    Sprachlich hatte ich auch so meine Schwierigkeiten und bin über den selben Satz gestolpert, den du auch zitierst. Ich werde mit Nadine Gordimers Art und Weise zu erzählen einfach nicht warm.

    Etwas platt fand ich dann, dass ausgerechnet der Delphin Marc bei Isa einzieht (um wahrscheinlich umgepolt zu werden). 😉

  3. Du meinst, damit Marc sie über die Vielfalt sexueller Praktiken aufklären kann? 😉
    Nein, wir sollen Isa miterleben sehen, daß auch Delphine nur Menschen sind. Ob mit oder ohne afrikanische Fabelweisheit.

  4. > „Ich würde mich bei Nadine Gordimer nicht wundern, wenn Marc durch das Zusammensein mit einer Frau von seiner Homesexualität “geheilt” werden würde.“

    Ich würde mich darüber sehr wundern, denn ich kann immer noch nicht den Eindruck teilen, Gordimer sei homophob. Einige Ihrer Figuren sind es, aber ich habe bislang keine Stelle gefunden, wo die Erzählerin (von der Autorin ganz zu schweigen) diese Ansicht teilt.

  5. Pingback: *132-187 | Gordimer Lesen

  6. Pingback: Am Ende der Parabel | Gordimer Lesen

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