Zwei Wochen London

Weil gerade Zeit ist und der Autorin sonst nichts anderes einfällt, schickt sie ihre beiden Protagonisten für 14 Tage in Urlaub. 14 Tage London – daraus kann man 130 Seiten machen oder 13. Wie nicht anders zu erwarten, werden touristische Klischees abgehaspelt: Kew Gardens, Hyde Park, das Globe, British Museum, National Gallery und ein Jazzclub. Okay, ich gebe zu, China Town wird nicht erwähnt; das will ich Gordimer gern zugutehalten.

In einem Satz konzentriert sich das ganze Elend dieses Buches:

[…] ein Café, wo sie hinter einer beschlagenen Fensterscheibe saßen und, in einem Punkt einig, einem anderen uneins, immer hingerissen, über das Erlebte diskutierten. (S. 127)

Punkt. Ende. Aus. Kein weiteres Wort über die „Entdeckung des Geheimnisses der Kunst“ (S. 126), über die Hingerissenheit der Protagonisten, über ihre Einigkeit und Uneinigkeit. Was soll mich interessieren an der Mitteilung, dass sich zwei Menschen zugleich einig und uneinig sind? Das versteht sich von selbst daraus, dass es Menschen sind. Immer wieder wird in diesem Buch irgend etwas nur behauptet, anstatt es zu erzählen.

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Ein Gedanke zu „Zwei Wochen London

  1. Pingback: Glanz und Elend der modernen Literatur | Gordimer Lesen

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