Fremdes Zuhause – Vertraute Rollen

Jabu erfährt in KwaZulu nicht nur die gut gemeinten Ratschläge eines alten Pädagogen, sondern auch alte Rollenbilder. Ihr Baba ist der uneingeschränkte Patriarch der Gemeinschaft. Die Frauen weichen respektvoll zurück, wenn er sich herab lässt. Seiner Tochter fällt auf, daß er sie niemals küsst, nicht wie es dort, wo sie jetzt lebt, üblich ist. Die Frauen der Gemeinschaft von KwaZulu leben das alte Frauenleben und träumen von den neuen Errungenschaften. Jabu ist eine von ihnen und doch eine Exotin, sie soll den jüngsten Säugling halten, „eine Frau ist für alle Babys Mama“ (S. 77) und doch ist sie anders. „Was machst Du, Mama Jabu?“ (S. 106) fragt eine junge Verwandte. Zum Abschied begleitet ihr Vater sie zum Auto, auch dies eine für ihn ungewöhnliche Geste gegenüber einer Frau.

Wieder bei Steve stellt sich heraus, daß auch dessen Selbstverständnis nicht viel emanzipierter ist. Hat er sich zu Sindiswas Kleinkindzeiten noch als fortschrittlicher Vater empfunden (S. 15), fühlt er sich jetzt nur noch für’s Müllraustragen verantwortlich (Klischee).

Bemerkenswert ist auch seine Gleichsetzung von Wethu und Waschmaschine. Er scheint seinem Schwiegervater in dieser Beziehung nicht unähnlich.

Das schwierige Kind Gary E. soll nach KwaZulu abgeschoben werden (S. 102).

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