Erziehungsanstalten

Wir sind inzwischen im Jahr 2004 angekommen. Bei der Frage nach der Einschulung ihrer Tochter fällt die nächste ideologische Schranke: Im Prinzip sind die Eltern Jabulile und Steve für staatliche Schulen und gleiche Bildungschancen für alle, aber wenn es um die eigene Tochter geht, ist natürlich das Beste, das man sich leisten kann, gerade gut genug.

Interessant dabei ist, dass Gordimer den Schulgründer, der zufällig auch der Mentor Jabuliles ist, der sie ans Justizministerium vermittelt hat, ebenfalls zu einem Opfer von Unterdrückung und Gewalt macht. Er ist ein griechischer Flüchtling vor der nationalsozialistischen Wehrmacht, der in Südafrika eine Privatschule gegründet hat, als deren besondere Aufgabe er die Pflege des klassischen griechischen Kulturerbes festgelegt hat. Keine der Genzlinie zwischen Opfern und Tätern, zwischen Priviligierten und Unterdrückten bleibt gerade gezogen; Verwerfungen, wo man nur hinschaut.

Auf dem Campus von Steves Uni üben die Studenten derweil den Aufstand gegen Studiengebühren. Die Studenten können sie sich nicht leisten, die Uni kann nicht auf sie verzichten, da die staatliche Finanzierung die Kosten des Lehrbetriebs nicht deckt. Steve findet sich hin- und hergerissen zwischen seinem solidarischen Affekt für dieStudenten und seinem Drang, eine Zerstörung der Uni-Laboratorien zu verhindern. Zu seinem Glück kommt es nicht zum Schlimmsten, und der Protest geht aus wie das Hornberger Schießen.

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