Holterdiepolter

Mehr als zwölf Monate auf zehn Seiten: Gerade hatte ich gedacht, Gordimer finge endlich mit dem Erzählen einer Geschichte an, da geht es gleich wieder holterdiepolter. Jabulile wird Leiterin ihrer Schule, besteht das Examen für Rechtsanwälte nach einem Fernstudium (von dem uns Gordimer hoffentlich nur zu erzählen vergessen hat), wird Anwältin und anschließend Angestellte des Justizministeriums, wartet den Winter ab, da die Chancen, einen Sohn zu empfangen, dann angeblich größer sind, wird schwanger und bekommt ihr zweites Kind. Noch 20 Seiten und sie stirbt glücklich im Kreis ihrer Urenkel!

Neuer Ansatz: Jabulile und Steve sind nur ein Vorwand, damit es wenigstens dem Anschein nach ein Roman ist. Was Gordimer eigentlich erzählen will, ist keine Handlung, sondern die südafrikanische Gesellschaft in der nachrevolutionären Zeit. Nur kann man nicht einfach den Roman einer Gesellschaft oder einer Kultur schreiben; ob man es so kann, wie Gordimer es versucht, wird sich zeigen.

Es mag aber sein, dass auch dieser Ansatz bald wieder aufgegeben werden muss. Zurzeit lese ich noch unter der Hypothese, dass Gordimer weiß, was sie tut, obwohl mir nicht so sehr viel darauf hinzuweisen scheint.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s