Freie Partnerwahl?

In diesem kurzen Kapitel thematisiert Gordimer das Recht auf freie Partnerwahl und stellt die Frage, ob Toleranz alleine genügt.

Andrew und Pauline Reed, Steves Eltern, heirateten trotz bestehender Ressentiments zwischen Christen und Juden. Ihre Familien tolerieren dies, das weitgehende Schweigen über religiöse Traditionen legt allerdings nahe, daß von einer Akzeptanz nicht gesprochen werden kann.

Eine ähnliche Haltung zeigt Andrew Reed gegenüber seiner jetzt legalen Schwiegertochter Jabu. Dass sie ihre Rolle als Opfer der Apartheid ihm gegenüber nicht zum Ausdruck bringt, scheint er als ihre positivste Eigenschaft zu werten. Er toleriert Steves Wahl aus oberflächlichen Gründen, akzeptiert sie jedoch nicht.

Noch schwieriger stellt sich für Andrew die Homosexualität seines Sohnes Alan dar. Er wendet sich nicht offen dagegen, nimmt sie hin, lässt Begegnungen mit dem Lebenspartner Alans zu. Von Verständnis oder Akzeptanz kann aber keine Rede sein.

Auf diesen wenigen Seiten stellt Gordimer drei wesentliche Diskriminierungen in eine chronologische Abfolge, Antisemitismus, Rassismus und Homophobie. Die erste scheint in der modernen Gesellschaft Südafrikas überwunden, die zweite ist nach Ende der Apartheid auf dem Weg. Homosexualität hingegen stellt für Teile dieser Gesellschaft noch ein großes Problem dar.

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Ein Gedanke zu „Freie Partnerwahl?

  1. Pingback: S.70-79 / S.80-89 (glasperlenspiel13) | Gordimer Lesen

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