* 38-43 (aus.gelesen)

I.

Wir erfahren den familiären Hintergrund Jubas, die aus einer angesehenen schwarzen Familie stammt. Vater und Großvater nahmen hohe Stellungen in Kirche und Gemeinde ein. Gelebt haben sie einer im Kolonialstil erbauten Backsteinvilla, kollaterale Verwandte wurden in Lehmbauten im Garten untergebracht. Außer diesen familiären Gegebenheiten werden noch andere soziale Verhaltensweisen und Traditionen erwähnt.

Juba war ein Vaterkind und dieser Vater setzte sich über viele traditionelle Verhaltensweisen hinweg. So sorgte er für eine ordentliche Schulbildung von Juba, die er sorgfältig überwachte und schickte sie, nicht seinen Sohn, zum Studium ins Ausland. Gordimer stellt die Frage in den Raum, ob er damit (billigend? wissend?) in Kauf nahm, daß sie mit dem dort umher gehenden umstürzlerischem Gedankengut in Kontakt kommt. Er selbst, der Vater, gehörte keiner politischen Vereinigung an. Und tatsächlich wird seine Tochter von Freiheitskämpfern angeworben und auf ihrer ersten Mission in Johannesburg festgenommen und für ein Vierteljahr ins Gefängnis gesteckt.

II.

„Sie wurde nicht im Haus gehalten…“ eine seltsame/unglückliche Formulierung.. Katzen und Hunde hält man im Haus, Schweine und andere Nutztiere hält man nicht im Haus….

Die drei Monate Haft: warum, wieso, weswegen? auch hier die Unkenntnisse über südafrikanische Verhältnisse in Zeiten der Apartheid.

III.

„Die beste Zeit ist jetzt.“ Dabei ist doch keine Zeit wie diese….

Advertisements

7 Gedanken zu „* 38-43 (aus.gelesen)

  1. Über „im Haus gehalten“ bin ich auch gestolpert und habe für mich das Wörtchen „zurück“ eingefügt. Bonaventura prüft das sicher noch mal.

    Dass der Haftgrund nicht näher ausgeführt wird, liegt aber nicht an Deiner Unkenntnis, sondern an der Autorin. Sei erklärt es nicht, was ich allerdings nicht schlimm finde, man muss nicht alles auserzählen.

    • na ja… auswalzen muss sie es sicher nicht. aber wenn jemand 3 monate ins gefängnis kommt, ist die frage nach dem grund nicht ganz ungewöhnlich, er interessiert dann einfach. ein kleiner einschub: … wegen ihrer xyz … hätte diese neugier befriedigt. aber vllt wusste juba es selbst nicht, inhaftierungen ohne begründungen sind ja in totalitären regimes auch nicht selten…

    • ja, das hatte ich vergessen, selbst anzumerken. ich muss zugeben, daß ich mir rein garnichts darunter vorstellen kann. Verwandte als Kollateralschäden wird ja wohl nicht gemeint sein…

  2. Über die „kollateralen“ Verwandten habe ich scheinbar drüber weg gelesen, mir war der Satz mit dem im Haus gehalten ins Auge gesprungen. Etwas unrund formuliert. Laut Wikipedia bezieht sich der Begriff kollateral übrigens auf das Verwandschaftsverhältnis und ist ein Begriff aus der Ethnosoziologie.

    Wenn wir übrigens schon bei der Übersetzung deutsch/englisch sind: in einem Artikel heute habe ich den interessanten Hinweis gelesen, dass im englischen Original die Wörter Suburbs und Struggle großgeschrieben sind. Schade, dass man so etwas im Deutschen gar nicht richtig markieren kann.

  3. Pingback: *S 38-43 (glasperlenspiel13) | Gordimer Lesen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s