Bürgerlichkeit?

Gemeinsame Kinobesuche, Abendessen in Restaurants, ein Haus mit Garten: Steve, und widerstrebend auch Jabu, reagieren auf die durch die Verfassung von 1994 eingeläutete neue Zeit mit bürgerlichen Tendenzen.
Oder sind es nicht einfach menschliche? Solange alles Denken eines Menschen aus einem einzigen Ziel besteht – dem Kampf gegen die Apartheid, der Entstellung menschlichen Lebens schlechthin – solange wird er sich keine Gedanken machen, was er aus seinem eigenen Leben machen will. Und sollte dieser Zustand enden, so wird er immer noch von ihm bestimmt: Normalität als Ergebnis menschlichen Kampfes. Das Jetzt ist kein unbeschwertes Jetzt. Jetzt ist alles danach. Es definiert sich ausschließlich über die vorhergehende Epoche. Und so sind zunächst einmal jene Aspekte des Lebens bemerkenswert, die für uns vielleicht selbstverständlich, normal, bürgerlich, erscheinen. Sie entlarven aber in ihrer banalen Alltäglichkeit auch den unfassbaren Mangelzustand, der vorher herrschte.

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2 Gedanken zu „Bürgerlichkeit?

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