S. 12-26 (Wortgalerie)

Wir erfahren mehr über Jabulile, Steve und ihre Tochter Sindiswa. Als sich Steve entscheidet, ein Haus in der Vorstadt zu mieten, deuten sich Probleme in der Ehe der beiden an.

„Sie sagte sehr vernehmlich, Ich will nicht dorthin.“ (S. 24)

Der Umzug wird durch Jabuliles stillen Widerstand und dieser negativen Vorausdeutung überschattet. Es bleibt ungewiss, was das neue Umfeld mit sich bringen wird und die beiden sprechen nicht darüber:

„Er fragte nichts, sie sagte nichts.“ (S. 25)

Ein weiteres Thema, das bald schon zum Motiv werden könnte, weil es sich wiederholt und auch im Titel des Romans liegt, ist die Zeit. Die Zeit, in der der Roman spielt ist durch den Rahmen der Apartheid grob umrissen, ist aber dennoch nicht ganz deutlich. Vor allem die Zeitangaben „jetzt“, „später“ etc., bleiben unscharf wie bereits Patin Buzz Aldrin hier angemerkt hat, so z.B. auch dieser Satz: „Jetzt ist alles danach“ (S. 17).

Im zweiten Abschnitt ist mir sofort eine formale Besonderheit aufgefallen: Anstelle von Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede stehen Gedankenstriche. Außerdem fehlen Inquit-Formeln wie „sagte er/sie“ – was ich zur Abwechslung angenehm finde, weil oft aus der Situation heraus deutlich wird, wie eine Figur etwas sagt oder ausspricht und wenn dem nicht so ist, kann ich es mir selbst aussuchen. Einen Nachteil haben die Gedankenstriche: Ich verliere mich in den Dialogen, weil vor allem kurze Wortwechsel im Fließtext und ohne Absätze stehen und ich mich manchmal frage, wo der Satz des einen aufhört oder anfängt.

Eine Frage ist für mich offen geblieben. Was ich im Zusammenhang mit dem Vorort, dem Haus und der Kommission nicht so recht verstanden habe ist: Wer sind die „Genossen“? Wer bezeichnet wen damit?

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2 Gedanken zu „S. 12-26 (Wortgalerie)

  1. nun, ich fass den begriff „genosse“ so auf, daß damit die kampfgenossen aus dem untergrund gemeint sind, die gegen das apartheid-regime gekämpft haben. ich denke, man kann den ANC auch als kommunistische organisation einstufen, die ausbildung, schulung etc der mitglieder wurde jedenfalls von den formals kommunistischen staaten vorgenommen. insofern ist für mich die bezeichung „genosse“ auch logisch.

  2. Mit dem Begriff Genosse hatte ich auch Schwierigkeiten, deine Erklärung leuchtet mir aber ein.

    Ich finde es schön, dass du in diesem Absatz auch auf diese Motive und Phrasen eingehst, die mir auch schon ins Auge gesprungen sind. Ich mag so etwas wie ‚Leitmotive‘, die immer wieder aufgegriffen werden, sehr gerne. In Bezug auf die Zeit vermute ich, dass wir uns irgendwann nach 1985 befinden, da in diesem Jahr die Unsittlichkeitsgesetze abgeschafft worden sind.

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